[ DIE WELT ]

Wertpapierorder über das Internet

Lombard Brokerage Inc.

Günstige Konditionen für den Aktienkauf geboten - Derzeit noch auf die USA beschränkt

Von JÖRG BIRKELBACH
Nideggen - Die Zielgruppe der Lombard Institutional Brokerage Inc. aus San Francisco ist schnell umrissen. Vom aktiven Trader bis zu konservativen Anlegern ist jeder willkommen. Damit ist Lombard eine der ersten Firmen, bei der Aktienkäufe übers Internet (Adresse: http://www.lombard.com abgewickelt werden können - mit den entsprechenden Kostenvorteilen.

Hohe Kommissionsraten gibt es nicht, ebenso wie Minimumgebühren und sogenannte "inactivity fees". Die Einlagen auf dem Konto bei Lombard werden darüber hinaus verzinst.

Im Unterschied zu den meisten Discount Brokern bietet Lombard seinen Privatkunden tatsächlich Konditionen, die sonst nur für institutionelle Investoren mit entsprechenden Anlagevolumina erzielbar sind. So zahlt man für einen Umsatz in gelisteten Aktien 34 Dollar (von einer bis zu 1700 Aktien). Jede weitere gehandelte Aktie kostet weitere zwei Cents. Investmentanteile (no load funds) verursachen Transaktionskosten in Höhe von einem Prozent, wenn das Ordervolumen 100 000 Dollar beträgt. Der maximale Betrag liegt hier bei 175 Dollar.

Neben Lombard Brokerage bemühen sich mittlerweile einige andere Broker um die Gunst der Kunden über das Internet. Einen kompletten Überblick über US-Broker findet man unter http://www.cs.csu.edu/~jdg/invest-brokers-us.html. Besuchenswert sind auch die Seiten des PWWAS-Financial Network), Fidelity Online Brokerage, Carl Schwab Online, ESI u. Shareling, E*Trade und Keith Aufhauser.

Die meisten bieten zusätzlich zu den Handelsmöglichkeiten auch Informationen oder zusätzlichen Service an. Bei Lombard gibt es die Wertpapierkurse in Echtzeit (Intraday-Charts und Historien), Analyseberichte, einen 24-Stunden-Telefonservice, detaillierte Investmentstatements, die neben einer Bewertung des Wertpapierbestandes auch den Liquiditätsstatus und den noch verfügbaren Kreditrahmen zeigen. Weiter wird dem Kunden eine Übersicht mit den im vergangenen Monat getätigten Transaktionen erstellt.

Jedes Account wird von einem Team betreut, das dafür Sorge zu tragen hat, daß die Wertpapierorders ausgeführt und an den Kunden berichtet werden. Dem Anleger bleibt es überlassen, ob er seine Geschäfte direkt einem Mitarbeiter von Lombard aufgibt, oder dies per Telefon oder PC tut.

Interessierte Nichtkunden können sich im Internet eine Demonstration des Services ansehen. Belohnt wird dieser Ausflug mit kostenlosen Wertpapierkursen und Charts, die allerdings für Nichtkunden mit 20minütiger Verzögerungen eintreffen.

Derartige Wege zum Kunden werden in Deutschland bisher nur selten beschritten. Die Bank 24, Consors und die Direkt Anlage Bank haben zumindest einen Anfang gemacht.

Copyright: DIE WELT, 16.1.1996